Statements zum Corona-Exit

Zum Restart unserer mittelständisch geprägten Branche haben wir uns im Juni 2020 bei Michael Bläser (Geschäftsführer Herzogspark), den mit unserem Partner Staatl. Fachingen ein vertrauensvolle Zusammenarbeit verbindet, sowie Merle Losem (Geschäftsführerin Deutsche Hotelakademie) und Rolf Slickers (Geschäftsführer Servitex) umgehört.

Was ist derzeit Ihre größte Herausforderung als mittelständisches Unternehmen der Hospitality-Branche?

Michael Bläser: Für uns als mittelständisches Unternehmen gibt es in der Corona-Krise nicht nur DIE größte Herausforderung, sondern zumindest zwei gleichgewichtige Herausforderungen. Zum einen gilt es, neue und kreative Wege zu finden, um die verloren gegangenen Umsätze zumindest einigermaßen aufzufangen. Und zum anderen, die Banken von diesem Konzept zu überzeugen, damit die zur Umsetzung notwendigen Kredite bewilligt werden. 

Merle Losem: Als Bildungspartner der Hotellerie und Gastronomie kommen die Auswirkungen des Lockdowns auch bei uns an. Die größte Herausforderung besteht für uns derzeit darin, unter hohem zeitlichen Druck neue, effiziente Aus- und Weiterbildungsformate /-plattformen im Auftrag von Hotelgesellschaften und der Gastronomie zu entwickeln – natürlich auch zu aktuellen Themen, die der Re-Start mit sich bringt. 

Rolf Slickers: Die Ungewissheit: Wir können nicht absehen, wie schnell sich die Hotellerie wieder vollends erholt. Die Prognosen divergieren, selbst auf Seiten der großen Hotelkonzerne. Sind wir in bereits in 2021 wieder da, wo wir waren, oder erst in 2023? Unseren Verbund mittelständischer Unternehmen stellt diese mangelnde Planbarkeit vor große Herausforderungen.

Worin liegt aus Ihrer Sicht die besondere Stärke unserer mittelständisch geprägten Branche bei der Bewältigung der Krise? 

Michael Bläser: Unsere besondere Stärke sehen wir in der momentanen Situation in unserer Herkunft. Als Familienunternehmen leben wir das Miteinander und den Zusammenhalt auch in schweren Zeiten vor und wollen damit für unsere Mitarbeiter*innen Vorbild sein und gleichzeitig Vertrauen, Beständigkeit, Entschlossenheit, Mut, Durchhaltevermögen und Optimismus zum Ausdruck bringen.

Merle Losem: Ich sehe die Agilität von kleinen und mittleren Unternehmen als ihre größte Stärke an. Zumindest trifft es auf uns zu: Wir konnten uns mit unserem Team sehr schnell und flexibel auf neue Anforde-rungen einstellen – sowohl in der Gestaltung der Arbeitsweise und des Arbeitsplatzes als auch bei der erfolgreichen Digitalisierung von Präsenzveranstaltungen. Hier profitieren wir sehr von unserer langjährigen und umfassenden Erfahrung in der digitalisierten Bildung, die seit jeher fester Bestandteil unseres Blended-Learning-Konzepts ist.

Rolf Slickers: Im Mittelstand werden wir zusammen gestärkt aus der Krise hervorgehen. Es ist auch viel Positives und Kreatives entstanden. So sind wir in Zeiten des erzwungenen Social Distancings in unserem Verbund noch einmal näher zusammengerückt. Anstelle unserer Quartalsmeetings führen wir jetzt jeden Freitag einen Videocall durch, zum dem wir auch mal einen Gast einladen, einen Kunden, Experten oder DEHOGA-Vertreter. Vor zwei Wochen fuhr unser Wiener Partner während unseres Calls auf dem Beifahrersitz eines Smart durch Wien. In seiner Heckscheibe flog die Stadt vorbei. Sowas machte Corona auch möglich!